Future Energies: Nur noch kurz die Welt retten – im 3-Minuten-Takt Vorträge zum Thema Energiewende

14.12.2018

90 ForscherInnen, über 700 TeilnehmerInnen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und ein Tag Zeit, um die Welt nachhaltig zu verbessern. Der Energieforschungsgipfel „Science Match Future Energies“ fand am 4. Dezember 2018 in der Sparkassen-Arena in Kiel statt und widmete sich Zukunftsfragen in den Themenbereichen Energie, Mobilität und Umwelt. Dabei hatte jeder Redner drei Minuten Zeit, um seine aktuelle Forschungsarbeit vorzustellen. Bei einer kürzeren Redezeit gab es eine Belohnung, während langwieriges Ausschweifen durch einen auf die Bühne tretenden Pantomimen im Friesennerz unterbunden wurde und für so manches Gelächter sorgte. Wir waren dabei, um neuen Input und Denkanstöße aus den zukunftsträchtigen Themenbereichen für unser StartUp zu erhalten.

 

 

Eröffnung durch Ministerpräsident Daniel Günther

 

Für die bereits zum zweiten Mal stattfindende Energiekonferenz hatte auch dieses Mal der Ministerpräsident Daniel Günther die Schirmherrschaft übernommen. Er eröffnete die Tagung mit dem Hinweis, wie wichtig die Energiewende für Schleswig-Holstein sei. Als Vorreiter in Deutschland geltend sei es schon jetzt möglich, den Strombedarf im nördlichsten Bundesland zu 100 Prozent durch regenerative Energien zu decken. Auch werde in keiner anderen Region so umfangreich zur Produktion, Nutzung und Speicherung von erneuerbaren Energien geforscht wie in Schleswig-Holstein. Neben dem Ministerpräsidenten nahmen auch Dr. Bernd Buchholz (Wirtschaftsminister), Karin Prien (Wissenschaftsministerin) und Tobias Goldschmidt (Staatssekretär im Ministerium für Energiewende) teil. Letzterer betonte die rasche Entwicklung der Energiewende in Schleswig-Holstein und stellte fest, dass die Transformation unser bisher analogen Energiewelt sich bereits in eine digital vernetzte Welt wandelt.

 

Thematisch breit aufgestellt: vom eHighway über Stubenfliegen bis hin zu kleinen Windenergieanlagen

 

Die ganztägige Veranstaltung bewegte sich thematisch in diesen fünf Bereichen:

  • Zukunft der Mobilität

  • Energiespeicherung und -effizienz

  • Energiesysteme und Infrastruktur

  • Energiewende digital gestalten

  • Regenerative Energien und Energieerzeugung

 

 

Wir haben uns drei thematisch besonders interessante Vorträge rausgesucht und möchten diese im Folgenden inhaltlich kurz wiedergeben:

 

Hans-Jürgen Hinrichs von der Fachhochschule Kiel sprach über eHighways. In Deutschland würden derzeit drei Streckenabschnitte zu Test- und Forschungszwecken elektrifiziert, davon auch ein Autobahnabschnitt in Schleswig-Holstein. Sobald ein Fahrzeug in diesen Abschnitt einfährt, bügelt es automatisch mit seinem Stromabnehmer an die Oberleitung und fährt dann elektrisch weiter. Die Oberleitungen werden von sogenannten Unterwerken gespeist, die sich in einer Entfernung von etwa 2,5 Kilometern von der Strecke befinden. Hinrichs ging weiterhin auf Details zu Netzrückwirkungen wie beispielsweise Spannungsschwankungen der eHighway-Unterwerke ein.

 

Ein weiteres wichtiges Thema neben der Elektromobilität war auch die Künstliche Intelligenz, über die Jan-Hendrik Meier seinen Vortrag hielt. Er verglich dabei eine Stubenfliege mit der KI – beide wären nicht besonders schlau, wären aber genau auf das angepasst, was sie benötigen, zum Beispiel die schnelle Flucht vor der Fliegenklatsche. Sie können also nur eine bestimmte Sache, die aber dafür richtig gut. Weiter erzählte Meier, wie Künstliche Intelligenz bei der Strompreis- und Stromkonsumvorhersage mit Hilfe von Deep Learning Netzen (künstliche neuronale Netze) arbeitet. Dabei gilt wie auch bei der Wettervorhersage: je länger der Vorhersagehorizont, desto schlechter wird die Prognose.

 

Torsten Faber von der Hochschule Flensburg vom Wind Energy Technology Institute (kurz WETI)  sprach über die Forschungsidee „Crosswind“ - eine Windenergieanlage in klein, mit einer Höhe von maximal zehn Metern. Seiner Ansicht nach wäre der Markt reif für solch eine Anlage und es solle ein Open Source Projekt sein, bei dem die Forschungsergebnisse veröffentlicht werden.

 

 

Vernetzung in den Pausen

 

In den Pausen zwischen den Vortragsblöcken gab es neben kleinen Stärkungen die Möglichkeit, im „Meet the Speakers“ die gerade gehörten Vorträge mit den ForscherInnen weiter zu vertiefen. Die Konferenz gab einen idealen Nährboden, um in dem gemischten Publikum aus Forschern, Unternehmensvertretern, Studenten und Verbänden die Energiewende voranzutreiben und sich zu vernetzen. Die Tagung wurde vom Land Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Tagesspiegel Verlag organisiert. Letzterer hat auf der folgenden Webseite alle Reden der ForscherInnen und PolitikerInnen im Videoformat zur Verfügung gestellt: HIER

 

Ein erster Schritt ist also getan, um die Welt zu retten. Jetzt muss sich die Forschung weiter mit der Wirtschaft vernetzen und Schleswig-Holstein als Vorreiter eine Führungsrolle in Deutschland im Bereich der Energiewende einnehmen. Wir werden versuchen, einen Teil dazu beizutragen.

 

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